Web 2.0-Technologien zwischen E-Learning und Wissensmanagement

von Gabi Reinmann & Thomas Sporer - Universität Augsburg

Folien können hier abgerufen werden (Achtung: recht grosses File).

  • E-Learning –> Ziel: Kompetenzen aufbauen für Leistungen in realen Situationen
  • WM –> Ziel: sichtbare Performanzen mit dazu erforderlichen Kompetenzen

E-Learning und WM tun sich recht schwer miteinander wg. unterschiedlichen Auffasungen von Wissen, Lernen, Zielen sowie verschiedenen Disziplinen, Sprachen, Kulturen, Erwartungen

–> praktische Verbindung über Web 2.0

Was sind Web 2.0 Technologien?

  • Verschwinden der Trennung von lokalen und zentralen Daten und Anwendung, z.B. Flickr, Google-Video, YouTube
  • Verschmelzen der Grenzen zwischen Produzenten und Konsumenten von Medieninhalten, z.B. Wikipedia
  • Personalisierung von Information durch die Kombination von Push- und Pull-Diensten, z.B. Blog

Drei Sichtweisen auf das Thema

  • Informationsmanagement
  • Beziehungsmanagement
  • Identitätsmanagement: Werkzeuge zum Ausdruck und Präsentation des eigenen Selbst im Netz

Beispiele:

Webcasts

  • im Kontext E-Learning: Inhalte über Webcasts  [Harvard University]; Seminare über Webcasts [Uni Augsburg]; ourmedia.org
  • im Kontext Wissensmanagement: Einsatz ubiquitärer IuK-Technologien –> Explizierung der Webcasts als Informationsträger; kollaborativer Umgang mit Informaation, Verifizierung des Erfahrungswissens in der Community, situativer Zugriff auf den gemeinsamen Wissenspool (Fallbeispiel Xerox)

Social Software

  • im Kontext e-Learning: elgg.net (Expertennetzwerk im Bereich "Social Software", Kommunikationsmöglichkeiten); blogg –> Information über jeweils aktuelle Forschungsaktivitäten, Postitionierung asl Experte in bestimmten Wissensdomänen, Kommunikationsmedium zwischen Experten, Diskurs zwischen Experten im virtuellen Raum
  • im Kontext WM: Blog: Organisation von persönlichen Informationen, Instrument zur Reflexion und Sammlung von Erfahrungen, chronologische Dokumentation von Ideen und Texten
  • Social Bookmarking: del.ico.us: kollaborative Organisation von Information, öffentliche Sammlung, auffinden von Kontakten
  • citeULike: Suchen & Finden
Fazit:

Webcast

  • Produktion und Rezeption von Wissensobjekten
  • E-Learning: Einsatz als Lernobjekt/Content oder als Gegenstand einer Aufgabe
  • Wissensmanagement-Masnahme zur Bewahrung/Weitergabe von Wissen/Erfahrungen: Wissensexplizierung beim Experten, Wissensnutzung beim Experten

Social Software:

  • Knüpfen und Entwickeln von sozialen Beziehungen
  • E-Learning: Einsatz zur Förderung von Dialog /Diskurs unter den Lernenden oder Unterstütztung kollaborativen Lernens und Problemlösens
  • Wissensmanagement: Ergänzung von Gelben Seiten/Portalen und Aufbau neuer Expertennetzwerke sowie neue Formen von Wissensgenerieren (in Anlehnung an "klass." WM)

 

Theoretische Verbindung über persönliches WM

  • Webcasts: materiale Wissensumwelt als Interaktionsumwelt
  • Social Software: soziale wissensumwelt als Interaktionsumwelt

–> im Mittelpunkt steht die PERSON!!! Deswegen könnte das persönliche Wissensmgm. die Verbindung zwischen E-Learning und WM

Fazit und Folgerungen

  • Einstieg über E-Learning und WM einerseits komplementär; andererseits aber auch konträr!!!
  • E-Learning macht Anleihen vom Wissensmanagement
  • Wegfall von Hierarchien, Inhalts- und Aufgabenhoheit
  • Gemeinschaftsleistung statt Individualisierung
  • Frage: Kann nicht auch Wissensmanagement Anleihen aus dem E-Learning
  • Nutzen von Wissens- und Erfahrungsvorsprung, mehr Qualitätssicherung und -entwicklung

Wir brauchen also mehr "Beziehungsmanagement" und mehr "Identitätsmanagement" –> Beschäftigung mit Dingen und Personen

Diskussion

  • Ziel von E-Learning und Wissensmanagement ist nahezu dasselbe; aus konstruktivistischer Sicht zwei Sichten ein- und derselben Sache
  • Aber: Realität ist, dass sich die Begriffe bereits verfestigt haben –> wie aber kann dies aufgelöst werden? Vor allem in der Praxis problematisch, aber in die Praxis wird die Unterscheidung durch Berater hineingetragen –> sinnvoll, diese Abgrenzung aufzulösen.
  • E-Learning 2.0 eher E-Learning verbunden mit Wissensmanagement; sinnvoll, erstmal alle Begriffe wegzulassen; aber Finden neuer Begriffe ist sehr, sehr schwierig
  • Abgrenzung von Phänomenen in der Praxis: Bildungsinstitutionen mit pädagogischen Beziehungen <–> Wissensmgm. für eher informelle Kontexte, in denen auch gelernt wird (–> Generierung von Content steht im Vordergrund und kann von pädagogischen Beziehungen insofern abgegrenzt werden)