Learntec 2007 - Web2.0, Knowledge Management und E-Learning
Web 2.0-Technologien zwischen E-Learning und Wissensmanagement
von Gabi Reinmann & Thomas Sporer - Universität Augsburg
Folien können hier abgerufen werden (Achtung: recht grosses File).
- E-Learning –> Ziel: Kompetenzen aufbauen für Leistungen in realen Situationen
- WM –> Ziel: sichtbare Performanzen mit dazu erforderlichen Kompetenzen
E-Learning und WM tun sich recht schwer miteinander wg. unterschiedlichen Auffasungen von Wissen, Lernen, Zielen sowie verschiedenen Disziplinen, Sprachen, Kulturen, Erwartungen
–> praktische Verbindung über Web 2.0
Was sind Web 2.0 Technologien?
- Verschwinden der Trennung von lokalen und zentralen Daten und Anwendung, z.B. Flickr, Google-Video, YouTube
- Verschmelzen der Grenzen zwischen Produzenten und Konsumenten von Medieninhalten, z.B. Wikipedia
- Personalisierung von Information durch die Kombination von Push- und Pull-Diensten, z.B. Blog
Drei Sichtweisen auf das Thema
- Informationsmanagement
- Beziehungsmanagement
- Identitätsmanagement: Werkzeuge zum Ausdruck und Präsentation des eigenen Selbst im Netz
Beispiele:
Webcasts
- im Kontext E-Learning: Inhalte über Webcasts [Harvard University]; Seminare über Webcasts [Uni Augsburg]; ourmedia.org
- im Kontext Wissensmanagement: Einsatz ubiquitärer IuK-Technologien –> Explizierung der Webcasts als Informationsträger; kollaborativer Umgang mit Informaation, Verifizierung des Erfahrungswissens in der Community, situativer Zugriff auf den gemeinsamen Wissenspool (Fallbeispiel Xerox)
Social Software
- im Kontext e-Learning: elgg.net (Expertennetzwerk im Bereich "Social Software", Kommunikationsmöglichkeiten); blogg –> Information über jeweils aktuelle Forschungsaktivitäten, Postitionierung asl Experte in bestimmten Wissensdomänen, Kommunikationsmedium zwischen Experten, Diskurs zwischen Experten im virtuellen Raum
- im Kontext WM: Blog: Organisation von persönlichen Informationen, Instrument zur Reflexion und Sammlung von Erfahrungen, chronologische Dokumentation von Ideen und Texten
- Social Bookmarking: del.ico.us: kollaborative Organisation von Information, öffentliche Sammlung, auffinden von Kontakten
- citeULike: Suchen & Finden
Webcast
- Produktion und Rezeption von Wissensobjekten
- E-Learning: Einsatz als Lernobjekt/Content oder als Gegenstand einer Aufgabe
- Wissensmanagement-Masnahme zur Bewahrung/Weitergabe von Wissen/Erfahrungen: Wissensexplizierung beim Experten, Wissensnutzung beim Experten
Social Software:
- Knüpfen und Entwickeln von sozialen Beziehungen
- E-Learning: Einsatz zur Förderung von Dialog /Diskurs unter den Lernenden oder Unterstütztung kollaborativen Lernens und Problemlösens
- Wissensmanagement: Ergänzung von Gelben Seiten/Portalen und Aufbau neuer Expertennetzwerke sowie neue Formen von Wissensgenerieren (in Anlehnung an "klass." WM)
Theoretische Verbindung über persönliches WM
- Webcasts: materiale Wissensumwelt als Interaktionsumwelt
- Social Software: soziale wissensumwelt als Interaktionsumwelt
–> im Mittelpunkt steht die PERSON!!! Deswegen könnte das persönliche Wissensmgm. die Verbindung zwischen E-Learning und WM
Fazit und Folgerungen
- Einstieg über E-Learning und WM einerseits komplementär; andererseits aber auch konträr!!!
- E-Learning macht Anleihen vom Wissensmanagement
- Wegfall von Hierarchien, Inhalts- und Aufgabenhoheit
- Gemeinschaftsleistung statt Individualisierung
- Frage: Kann nicht auch Wissensmanagement Anleihen aus dem E-Learning
- Nutzen von Wissens- und Erfahrungsvorsprung, mehr Qualitätssicherung und -entwicklung
Wir brauchen also mehr "Beziehungsmanagement" und mehr "Identitätsmanagement" –> Beschäftigung mit Dingen und Personen
Diskussion
- Ziel von E-Learning und Wissensmanagement ist nahezu dasselbe; aus konstruktivistischer Sicht zwei Sichten ein- und derselben Sache
- Aber: Realität ist, dass sich die Begriffe bereits verfestigt haben –> wie aber kann dies aufgelöst werden? Vor allem in der Praxis problematisch, aber in die Praxis wird die Unterscheidung durch Berater hineingetragen –> sinnvoll, diese Abgrenzung aufzulösen.
- E-Learning 2.0 eher E-Learning verbunden mit Wissensmanagement; sinnvoll, erstmal alle Begriffe wegzulassen; aber Finden neuer Begriffe ist sehr, sehr schwierig
- Abgrenzung von Phänomenen in der Praxis: Bildungsinstitutionen mit pädagogischen Beziehungen <–> Wissensmgm. für eher informelle Kontexte, in denen auch gelernt wird (–> Generierung von Content steht im Vordergrund und kann von pädagogischen Beziehungen insofern abgegrenzt werden)
